Vielfalt statt Chaos im Futternapf

Abwechslungsreiche Ernährung macht für Hunde sehr viel Sinn! 

Aber es gibt einen Unterschied zwischen sinnvoller Abwechslung und einem unbedachten Durcheinander.

Heute möchte ich dir zeigen, worin für mich der große Unterschied zwischen Chaos im Futternapf und der ausgewogenen Ernährung mit vielen verschiedenen, für den jeweiligen Hund passenden Grundzutaten besteht.

So ernährst du deinen Hund ausgewogen

Ausgewogenheit entsteht dadurch, dass du deinem Hund im Laufe eines Monats viele verschiedene passende Futterkomponenten zur Verfügung stellst. So hat dein Hund Zugang zu einer ganzen Fülle von Lebensmitteln und verschiedenen Futtermitteln, dennoch bleibt die einzelne Mahlzeit übersichtlich und in sich harmonisch.

Vielfalt statt Chaos im Futternapf. Dadurch bekommt dein Hund ein breites Spektrum an passenden Eiweißen, Kohlenhydraten, Fetten, Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. Dazu jede Menge Geschmacksfreuden und eine sinnvolle Unterstützung und Pflege der Darmgesundheit. Abwechslungsreiche Fütterung im Interesse der Gesundheit deines Hundes ist eine ausgezeichnete Möglichkeit.

Das hier ist Chaos 

Stell dir vor, du würdest alles, was du sonst in einem Monat verzehrst in einem großen Schredder zerkleinern und dann alles miteinander mischen. Den Döner mit den Fruchtriegeln, dem belegten Sandwich, dem Rührei, dem Apfelkuchen, den Pommes, der Rohkostplatte, der Pizza, dem Grünkohleintopf, der Sauerkrautsuppe, dem Tomatensalat, den Gummibärchen, dem Eintopf von Oma, der Tütensuppe, der Gemüsepfanne, dem Fischbrötchen, der Quarkspeise, der Wassermelone, den frischen Erdbeeren, dem Spargel, der Kartoffelsuppe, dem selbst gebackenen Brot, dem selbst gemachten Gemüse-Brotaufstrich, dem Eisbecher mit karamellisierten Nüssen, dem knusprigen Brötchen mit Marmelade, dem Linseneineintopf, den gerösteten Kichererbsen, dem Pudding, dem Joghurt, dem Obstsalat, dem …… vermutlich isst du noch viel mehr verschiedene Dinge. Zum Schluss kämen noch ein ganzer Schwung Nahrungsergänzungsmittel dazu und ein paar Stoffe um deine Verdauung zu stabilisieren.

All das würde jetzt zu einer Masse verarbeitet. Und dann würde es in kleine Portionen geteilt, so dass du jeden Tag davon essen musst. Mit der Begründung: So hast du jeden Tag alles was du brauchst.

Wilde Mixe machen die Nahrung selten besser

Mit einer ähnlichen Herangehensweise wird in vielen Fällen Tierfutter zusammen gestellt

Selbst wenn du sowohl Fischbrötchen als Linseneintopf und auch Joghurt mit Obst einzeln gerne isst, wie bekömmlich wäre es für dich sowohl vom Geschmack als auch von der Herausforderung für den Verdauungstrakt eine solch wilde Mischung aus all diesen Gerichten zu essen. Wäre es für dich angenehmer und bekömmlicher diese drei Gerichte getrennt voneinander zu essen?

Oder würde du lieber 3 x einen Mix aus all diesen Komponenten als Mahlzeit bekommen?

Wenn es dir unmöglich gemacht wird zu sortieren

Und stell dir jetzt noch vor, in dieser Mischung sind eben gar nicht nur Lebensmittel verarbeitet die dir gut tun – selbst dann ist die wilde Mischung schon eine arge Herausforderung für deinen Körper; sondern in dieser Mischung sind vielleicht 2 oder 3 Zutaten, die dir gar nicht gut tun? Oder stell dir vor, da ist zum Beispiel ein Kraut wie Kamille oder Thymian dabei. Ab und zu tut dir das gut, aber es ist sehr anstrengend für dich, wenn du es in jeder deiner Mahlzeiten hast. Und du hast keine Möglichkeit es aus zu sortieren. Auch nicht, wenn du weißt, dass es dir wieder schlecht geht, wenn du es mit isst. Du hast die Wahl es zu essen und dann die Folgen aus zu baden, oder du lässt es stehen.

Was davon passt zu deinem Hund?

Mit genau dieser Herausforderung haben viele Hunde jeden Tag zu kämpfen. Menschen geben viel Geld für ein wildes Durcheinander an Komponenten aus. Sie kaufen Trockenfutter, Nassfutter, Fertigbarf, Trockenbarf, Kräutermischungen, Gemüsemixe und Zahnpflegestangen ohne zu wissen, welche der einzelnen Bestandteile für den Hund wirklich passen.

  • Nur weil eine wilde Mischung 35 oder 50 an für sich sinnvolle Bestandteile enthält, wird daraus noch keine in sich stimmige Mahlzeit. 
  • Nur weil die Angaben der Laborwerte zu unseren Vorstellungen von passendem Eiweißgehalt oder Fettgehalt passen, sagt das noch nichts darüber aus, ob der Hund mit den verwendeten Zutaten gut zurecht kommt.

Der mäkelige Hund

Wie nennen viele Menschen Hunde die klugen Hunde, die lieber ihr Futter stehen lassen? Oder Hunde die es mit jedem neuen Futter wieder ein paar Tage probieren, aber es passt einfach nicht?

Mäkelig!

Und darum sage ich in der Ernährungsberatung auch so oft Ich liebe mäkelige Hunde! Die zeigen uns, dass etwas mit dem Futter nicht passt. So schön, jetzt können wir etwas ändern.

Und ab dem Moment können wir mit unseren Hunden gemeinsam eine Lösung finden.

Übersicht und Abwechslung

Je übersichtlicher die einzelnen Mahlzeiten gestaltet sind, und so abwechslungsreicher die verschiedenen Mahlzeiten zusammen gestellt sind, desto leichter ist es den eigenen Hund mit einem breiten Spektrum an großartigen Lebensmitteln zu versorgen.

Weniger ist mehr 

Für den Anfang ist es unerlässlich zuerst einmal ein paar Grundzutaten heraus zu finden, die für den eigenen Hund wirklich passen. Denn auch wenn Huhn und Reis für den einen Hund vielleicht Schonkost ist, hilft das deinem Hund wenig weiter, wenn er ein Problem mit Huhn oder Reis oder gleich mit beiden Dingen hat.

Erst die Basis, dann die Varianten

Eine Tierart die dein Hund mag und verträgt oder auch eine klar erkennbare pflanzliche Eiweißquelle wie Kichererbsen oder Linsen als Basis für jede Mahlzeit. Und dann formen sich die passenden Komponenten dazu.

Rezeptidee

Vielleicht kommt dann für deinen Hund so etwas dabei heraus. 

Putenschlemmertopf mit Hirse und Obst

  • 200 g Putengeschnetzeltes
  • 100 g Putenherzen
  • 1/4 Apfel, gewürfelt
  • 1 EL Heidelbeeren, leicht zerdrückt
  • 1 TL Kokosflocken
  • 2 EL Hirse
  • 1 Priese Steinsalz
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1/2 Liter Wasser

Topping: Lachsöl

Alles miteinander zu einem lecken Eintopf kochen, Lorbeerblatt entfernen und vor dem Servieren noch ein Schuss hochwertiges Lachsöl dazu geben. Natürlich nur, wenn dein Hund Lachsöl grundsätzlich mag und auch die Kombination von diesem Eintopf mit Obst und Lachöl. Sonst kann er das Lachsöl natürlich auch einfach als Vorspeise oder Nachtisch pur aus einem Schälchen schlecken.

Wenn du dir noch mehr Einzelheiten in der Zubereitung wünschst, dann findest du hier das ausführlichere Rezept: https://tiere-anders-behandeln.de/rezept-fuer-einen-schlemmertopf-mit-pute-hirse-und-blaubeeren-fuer-deinen-hund/ 

Vielfalt und Abwechslung im Sinne deines Hundes

Das ist natürlich nur eine von unendlich vielen Möglichkeiten

Wann immer dein Hund eine der Zutaten nicht verträgt, nimmst du etwas anderes. Wenn ein Hund keine Kokosflocken mag oder verträgt, könntest du statt dessen am Ende der Kochzeit eine ähnliche Menge gemahlene Hanfsamen oder andere passend zerkleinerte Nüsse und Saaten dazu geben. 

Einfach eine großartige Mahlzeit

So ein Rezept hat auf keinen Fall den Anspruch, als alleiniges Menü auf Wochen, Monate oder gar Jahre hinweg gegeben alles zu beinhalten, was ein Hund im Laufe seines Lebens braucht. Aber es ist eine großartige Mahlzeit. Vorausgesetzt ALLE verwendeten Zutaten passen zu deinem Hund.

So wie auch du viele sehr unterschiedliche Mahlzeiten im Laufe eines Monats einnimmst um unterm Strich alles zu bekommen was du brauchst. An dem einen Tag isst du vielleicht nur Käsebrot und Möhre, an anderen Tagen machst du dir eine große Rohkostplatte an wieder anderen Tagen isst du Eintöpfe mit Hülsenfrüchten. Vielleicht bist du auch mal zum Essen bei Freunden eingeladen oder isst in einem Restaurant deiner Wahl. Das spielt sich immer wieder einfach ein, bei Menschen genau so wie bei Hunden geht es um den größeren Bogen. Und noch eins ist bei Hunden und Menschen gleich. Abwechslungsreiche Nahrung mit guten Grundzutaten macht Sinn um die Gesundheit zu unterstützen.

Abwechslung und vielfältige Lebensmittel für deinen Hund 

Je abwechslungsreicher die Nahrung ist, je mehr verschiedene, frische und möglichst wenig stark verarbeitete Lebensmittel im Laufe eines Monats verzehrt werden, um so  breiter ist das Spektrum an wertvollen Nährstoffen.

Bunt essen, also täglich Lebensmittel mit verschiedenen Farben zu verzehren, auf die tägliche Ration an Nüssen und Saaten zu achten, passende Kohlenhydrate und breit aufgestellte Eiweiße mit ganz verschiedenen Aminosäuren zu essen macht für Menschen und Hunde gleichermaßen Sinn.

Das meine ich mit Vielfalt statt Chaos.

Der erste Schritt ist das Sortieren:

  • Was weiß ich über meinen Hund? 
  • Weiß ich bereits was genau aktuell in seinem Futter ist? 
  • Und weiß ich auch schon, welche Futterkomponenten davon mein Hund gut verträgt?
  • Kenne ich Futtermittel oder Lebensmittel, die mein Hund schlecht verträgt?
  • Bekommt mein Hund vielleicht mehr Eiweiß als ihm gut tut, oder zu wenig? 
  • Wie sieht das mit Kohlehydraten aus? 
  • Passt das was ich da mache zu meinem Hund?

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Mein Onlinekurs Futterklarheit hilft dir dabei dir dabei die Zutatenliste auf den Futtermitteln und Leckerchen deines wirklich zu verstehen. Dadurch kannst du dir darüber neue Gedanken machen und Entscheidungen zum Wohle deines Hundes treffen. Schau doch mal rein.

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