Freie Aufmerksamkeit und Tierkommunikation 

Freie Aufmerksamkeit ist eine Entscheidung 

 

Bedeutung der freien Aufmerksamkeit

Freie Aufmerksamkeit bedeutet fĂŒr mich, dass ich in diesem Moment meine Aufmerksamkeit auf einen konkreten Bereich lenke. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ich mit dem Hund an meiner Seite abstimmen möchte, welche konkreten Futterkomponenten ich ihm fĂŒr diese konkret Mahlzeit in den Napf fĂŒlle.

Mit freier Aufmerksamkeit ist klar, dass es mir genau um diesen Aspekt geht und ich mich freiwillig dafĂŒr entscheide meine Aufmerksamkeit von anderen Bereichen ab zu ziehen und dorthin zu lenken.

Aktiver Prozess

Freie Aufmerksamkeit ist ein aktiver Akt und funktioniert bei Mensch und Tier gleichermaßen effektiv. Freie Aufmerksamkeit ist ein natĂŒrlicher Zustand. Also können wir auch entscheiden immer wieder in diesem natĂŒrlichen Zustand zu sein.

Freie Aufmerksamkeit und Taschenlampen

Freie Aufmerksamkeit ist ganz Ă€hnlich wie der Lichtkegel einer Taschenlampe. Stell dir vor du hast eine Taschenlampe in der Hand und betrittst einen dunklen Raum. Wie gehst du vor? Schwenkst du die Taschenlampe wild hin und her, wĂ€hrend du hektisch durch den Raum gehst und immer wieder an Kanten und Kisten stĂ¶ĂŸt, die außerhalb des wild zuckernden Lichtkegels liegen? Oder nutzt du das Licht der Taschenlampe um den Bereich zu beleuchten, den du in dem Moment besonders gut sehen möchtest? Dieses gezielte Lenken des Lichtscheins ist ein sehr pragmatisches Bild fĂŒr das Lenken der freien Aufmerksamkeit.

Wilde Taschenlampenbewegungen machen Spaß

Magst du Lichtspiele? Ich habe das als Kind schon gern gemacht und ich mach das auch heute noch gerne. Ich spiele mit Licht- und Schatteneffekten. Einfach faszinierend. Und ich mag es auch heute noch eine kleine Lichtquelle, zum Beispiel eine Taschenlampe so schnell im Dunkeln zu bewegen, dass sie Lichtspuren zieht. Wenn ich die Taschenlampe schnell genug hin und her bewege, so scheint fĂŒr einen Moment ein breiterer Lichtstreifen zu entstehen, der an den RĂ€ndern grauer als in der Mitte ist. So etwas mache ich, weil ich Freude daran habe. In dem Moment in dem es mir wichtig ist einen konkreten Bereich möglichst gut aus zu leuchten, da entscheide ich mich fĂŒr einen anderen Einsatz der Taschenlampe. Auch das Spiel ist ein natĂŒrlicher Zustand. Wir können sehr hĂ€ufig entscheiden wann wir in welchem Zustand sein möchten. DafĂŒr darf uns aber bewusst sein, dass wir die Wahl haben.

Ich habe keine Zeit fĂŒr freie Aufmerksamkeit

Die Aussage „Ich habe dafĂŒr keine freie Aufmerksamkeit“, höre ich immer wieder. Ist das wirklich so, oder fehlt möglicherweise die Bereitschaft eine Entscheidung fĂŒr freie Aufmerksamkeit zu treffen?

Von freier Aufmerksamkeit, Schokoladenpudding und Leberwurst

Wenn du dich jetzt fragst, was freie Aufmerksamkeit, Schokoladenpudding und Leberwurst miteinander zu tun haben. Nun, ich mach das an einem Alltagsbeispiel deutlicher. Stell dir vor, du möchtest Schokoladenpudding essen. NatĂŒrlich vorausgesetzt du magst Schokoladenpudding wirklich gerne. Also nehmen wir das fĂŒr dieses Beispiel einfach einmal an. 

Du magst Schokoladenpudding sehr gerne. Du machst deinen KĂŒhlschrank auf und da steht er, dein Lieblingsschokoladenpudding. Du holst ihn aus dem KĂŒhlschrank und möchtest ihn gerne essen. Dazu nimmst du dir einen Löffel, der gerade in der KĂŒche herum liegt. Steckst den Löffel gefĂŒllt mit Schokoladenpudding in den Mund und schmeckst eine krasse Mischung. Schokolade, SĂŒĂŸe und Leberwurst! Wie konnte das passieren?

Nun, du hast den Löffel erwischt, mit dem vorhin noch deinem Hund Leberwurst in Futter gerĂŒhrt hast. 

Das passiert, wenn wir meinen keine Zeit fĂŒr freie Aufmerksamkeit zu haben.
Wie viel Zeit hĂ€tte es dich wirklich gekostet dich bewusst fĂŒr einen sauberen Löffel zu entscheiden. Der praktische Nutzen von freier Aufmerksamkeit ist eine Steigerung der LebensqualitĂ€t. Im Grunde ist es ein weiterer Aspekt von Achtsamkeit im Alltag und Leben im Hier und Jetzt.

Du hast die Wahl

Freie Aufmerksamkeit braucht fĂŒr einen kurzen Moment die Bereitschaft deine Aufmerksamkeit auf ein konkretes Feld / einen konkreten Bereich zu richten. Es ist einfach so, als wĂŒrdest du den Bereich der Buchseite scharf stellen um genau diese Textstelle gut lesen zu können. Es erfordert weniger Energie mit freier Aufmerksamkeit zu arbeiten, als an X Bereichen gleichzeitig. Du kannst hunderte von Seiten lesen. Aber auf all diesen Seiten wirst du immer wieder den Blick auf einen kleinen Teilbereich der Seite lenken um dort zu lesen. Wenn du zu den Menschen gehörst, die Buchseiten eher scannen, dann hast du die Aufmerksamkeit auf bestimmte Begriffe und wirst die beim scannen erkennen. Sowohl scannen als auch Wort fĂŒr Wort lesen, beides sind Beispiel fĂŒr freie Aufmerksamkeit. Beides fĂŒhrt zu unterschiedlichen Ergebnissen. Beides hat in den meisten FĂ€llen auch vollkommen andere Absichten. 

Freie Aufmerksamkeit erinnert uns daran unsere Balance zu checken 😉

Wenn du also bemerkst, dass dir freie Aufmerksamkeit schwer fĂ€llt, oder du gar meinst dafĂŒr keine Zeit zu haben, dann halte einen Moment inne. Geht es dir gut? Brauchst du etwas? Sind deine GrundbedĂŒrfnisse erfĂŒllt? Hast du genĂŒgend geschlafen, getrunken, gegessen? 

Freie Aufmerksamkeit ist gelebte WertschÀtzung

 

Freie Aufmerksamkeit ist der SchlĂŒssel fĂŒr entspannte Tierkommunikation 

 

Du entscheidest

Entscheide dich fĂŒr freie Aufmerksamkeit bevor du mit einem Wesen in Kontakt trittst. Freie Aufmerksamkeit ist Ausdruck von WertschĂ€tzung. Dir selbst gegenĂŒber und deinem GesprĂ€chspartner gegenĂŒber. Wenn das schwer erscheint, checke folgende Punkte:

  • Hey, wie geht’s mir gerade?
  • Was brauche ich?
  • Was ist das Ziel meiner Handlung?

 

Botschaft zum Mitnehmen

Entscheide dich, wohin du in der konkreten Situationen deine Aufmerksamkeit lenken möchtest!

StallgeflĂŒster

Ein humorvolles und praktisches Beispiel fĂŒr die Abwesenheit dieser Entscheidung findet du im folgenden kurzen Video. Oder wie Meike auf mein Leberwurst und Schokopuddingbeispiel bezogen sagt: „So schmeckt ein schmutziger Löffel in der Tierkommunikation.“