Leinsamen im Futternapf

So vermeidest du schädliche Fehler mit Leinsamen und Leinöl für deinen Hund

Leinsamen für die Gesundheit 

Leinsamen gehören zu den heimischen Saaten die für die Gesundheit deines Hundes einfach großartig sind. Sie enthalten unter anderem Schleimstoffe, Ballaststoffe, Proteine, Lecithin*, Alpha-Linolensäure und Omega-3. Die Inhaltsstoffe und Wirkungsweise im Körper ist den Chiasamen recht ähnlich. Da Leinsamen in sehr guter Qualität in Europa wächst, ist es klug eher Leinsamen als Chia-Samen zu nutzen. Kürzere Transportwege und eben ein heimisches Superfood. 

*Mehr über die hilfreiche Wirkung von Lecithin erfährst du hier: https://tiere-anders-behandeln.de/sonnenblumenkerne-im-futternapf/

Gewusst wie – Leinsamen sinnvoll nutzen

Über kaum eine Saat ist so viel an widersprüchlichen Informationen rund um die Hundeernährung zu finden, wie über Leinsamen. 

Kurz vorab. Wie bei JEDEM Lebensmittel ist es sinnvoll ein bisschen was über das Grundprodukt zu wissen, damit du es zum Vorteil deines Hundes und auch für dich selbst nutzen kannst. Leinsamen können auf Grund der verschiedenen Zubereitungsformen für ganz unterschiedliche gesundheitliche Themen sinnvoll eingesetzt werden. Die für die Hundeernährung wichtigsten Möglichkeiten stelle ich dir in diesem Artikel vor.

Rohe Leinsamen enthalten Blausäure

Das ist richtig! Und auch das schauen wir uns jetzt ein wenige genauer an.

Der goldene Leinsamen, auch Leingold genannt, hat einen so geringen Blausäuregehalt, so dass du dir darüber gar keine Gedanken zu machen brauchst.

Die Dosis macht’s

Bei rohem braunen Leinsamen ist eine Menge von 1/4 – 1 Tl für kleine Hunde, 1 – 2 TL für mittelgroße Hunde und 2 – 4 TL für einen wirklich großen Hund am Tag, dauerhaft gegeben deutlich unterhalb einer problematischen Grenze.

Beim Menschen gilt der Richtwert, dass bei dauerhaftem und täglichem Verzehr die Menge von 2 EL rohem Leinsamen oder kaltgepresstem Leinöl die obere Grenze sein sollte. Auf das Thema Leinöl gehe ich später noch ein.

Die Mengen an rohen Leinsamen, die du deinem Hund frisch zerkleinert ins Futter gibst, sind also weit unterhalb einer bedenklichen Menge was das Thema Blausäure angeht. Wenn du deinem Hund bisher noch nicht mehrfach pro Woche Nüsse und Saaten mit ins Futter gibst, dann lies hier weiter: https://tiere-anders-behandeln.de/nuesse-und-saaten-in-der-hundeernaehrung/

 

Kochen zerstört die Blausäure

Blausäure ist hitzeempfindlich. Das bedeutet, wann immer du Leinsamen mit im Eintopf für deinen Hund kochst, oder Leinsamenschleim kochst; sobald der Leinsamen 15 Minuten lang gekocht wurde, ist die Blausäure durch die Hitze unschädlich geworden. Mit heißem Wasser übergießen und stehen lassen ist etwas komplett anderes als Kochen. Es braucht 15 Minuten kochen!

Das ist für dich aber nur dann wichtig, wenn dein Hund deutlich größere Mengen Leinsamen braucht als oben erwähnt. Und wenn das der Fall ist, dann wird es sich eh um gekochte Leinsamenzubereitungen wie Leinsamenschleim handeln. Die schauen wir uns gleich an.

Das Märchen vom geschroteten Leinsamen

Leinsamen sind eine Fettsaat mit einem hohen Gehalt an Alpha-Linolensäure und jeder Menge Omega-3-Fettsäuren. Das ist einer der wesentlichen Gründe, warum Leinsamen so wertvoll sind.

So lange der Leinsamen in sich geschlossen ist, sind die wertvollen Fette im Inneren geschützt. Geschützt vor Licht und Sauerstoff, denn beides sind Faktoren, die die wertvollen Fette im Handumdrehen ranzig werden lassen. Spätestens 3 Monate nach dem der Leinsamen geschrotet oder kalt gepresst wurde – vorausgesetzt er wurde durchgehend lichtgeschützt und kühl aufbewahrt, sollte er komplett verzehrt worden sein. Ungeschroteter Leinsamen  hält sich bei kühler und dunkler Lagerung mehrere Jahre, bevor er ranzig wird. Es gibt also keinen Grund geschroteten Leinsamen zu kaufen! Denn auf Grund der Lieferwege und Lagerungszeiten ist er meist schon ranzig, wenn er ins Haus kommt. Richtig ist, dass Leinsamen zerkleinert werden muss, wenn der Hund die wertvollen Öle, Fette, Mineralstoffe aufnehmen soll. Aber wie du das für deinen Hund sinnvollerweise einfach selbst machst, darum geht es dann gleich. Und ja, es gibt auch gute Gründe einen Teil der Leinsamen unzerkleinert zu verfüttern, darum geht es später auch noch.

Ranzige Lebensmittel sind ungesund für deinen Hund

Jedes ranzige Lebensmittel fördert Entzündungen und belastet die Entgiftungsorgane sowie das Immunsystem zusätzlich. Warum solltest du das wollen? Gerade Leinsamen und Leinöl geben wir doch meist, um die Gesundheit unseres Hundes zu verbessern. Noch mal klar und deutlich. Ranzige Leinsamen / Leinöl ist eine Belastung für den Hundekörper. Das ist natürlich auch für Ölmischungen oder Nahrungsergänzungsmittel in denen zerkleinerte Leinsamen enthalten sind so. Das gilt natürlich genau so auch für den Menschenkörper, den Pferdekörper und für Kaninchen. Frisch zerkleinerte Leinsamen und frisches, hochwertiges, Leinöl sind wertvolle Lebensmittel und fördern die Gesundheit.

Problematisch für Leinsamen

Die drei Faktoren, die geschrotete Leinsamen und Leinöl in kürzester Zeit zu einer zusätzlichen Belastung für den Körper machen sind:

  • Licht
  • Wärme 
  • Sauerstoff

Leinöl für Hunde

Wenn du deinem Hund Leinöl geben möchtest, dann achte auf folgende Punkte.

  • Das Öl sollte aus biologischem Anbau sein.
  • Es muss kalt gepresst sein.
  • Das Öl sollte in dunklen, kleinen Glasflaschen verkauft werden.
  • Zeitpunkt der Pressung angegeben?
  • Nach dem Anbruch im Kühlschrank lagern
  • Flasche innerhalb von  maximal 4 Wochen aufbrauchen

Im Idealfall ist der Zeitpunkt der Pressung angegeben. Das habe ich jedoch bisher nur bei kleinen Ölmühlen gesehen, die großen Wert auf hochwertige Produkte legen. Dort wird gerade bei Leinöl auch darauf geachtet, dass beim Pressvorgang möglichst wenig Sauerstoff, Wärme und Licht in Kontakt mit dem Öl kommt. So hochwertige Öle haben zum Glück auch meist nur ein angegebenes Mindesthaltbarkeitsdatum von 3 Monaten. Das sind dann Öle von Mühlen, die ihre Produkte aus Wissen und Liebe um die Kraft dieser Lebensmittel produzieren und verkaufen. 

Wenn du Leinöl im Bioladen, Diskounter oder Supermarkt kaufst, dann achte darauf, dass es möglichst kurz im Laden ist. Hier ist ein Schnäppchen wegen kurzem Mindesthaltbarkeitsdatums keine gute Idee.

Dann ist es wichtig, dass du die Flasche sofort nach dem Öffnen im Kühlschrank lagerst und so schnell wie möglich verbrauchst. Im Idealfall ist eine Leinölflasche maximal 4 Wochen geöffnet. Jetzt weißt du auch, warum es Sinn macht kleine Flaschen zu kaufen.

Auf jeden Fall vermeiden

Helle Glasflaschen scheiden sofort aus. Das Leinöl hat auf jeden Fall mehr Licht abbekommen als ihm gut tut.

Leinöl in Plastikflaschen oder gar in 5-Liter-Kanistern kannst du als Lebensmittel komplett vergessen. Das ist prima für die Farbherstellung und auch da spielt Leinöl durchaus eine Rolle, aber ein Öl das du noch als Lebensmittel einsetzten möchtest, hat in einer Plastikflasche nichts zu suchen. Durch den Kontakt vom Öl auf den Kunststoff lösen sich jede Menge Weichmacher und werden dann mit dem Öl aufgenommen. Warum solltest du das wollen?

Hochwertiges, frisches Leinöl ist ein wertvolles Lebensmittel

Wenn dein Hund es mag und verträgt, dann kannst du ihm mehrfach pro Woche oder auch täglich etwas davon geben. Insbesondere, wenn dein Hund dir zeigt, dass es ihm wichtig ist. Manchmal ist besonders hochwertiges Leinöl auch Teil einer ganzheitlichen Therapie. Wenn das mit deinem Hund individuell abgestimmt ist, dann kannst du es auch kurweise geben. Die meisten Hunde die Leinöl ablehnen, tun das aus gutem Grund. Einfach weil viel Leinöl in sehr schlechter Qualität im Futternapf landet. Minderwertiges Leinöl im Futter schadet deinem Hund! Für einen Großteil der Hunde macht es eh mehr Sinn, die passende Nüsse und Saaten frisch zerkleinert zu verfüttern. Siehe hier: https://tiere-anders-behandeln.de/nuesse-und-saaten-in-der-hundeernaehrung/

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Denn dann haben sie eben nicht nur die isolierten Fette, sondern auch die ganze Füllen an Mineralstoffen, Vitaminen, Spurenelementen, Ballaststoffen und eben auch die wertvollen Öle und Fette. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Leinsamen – der einfache Weg in den Futternapf

Kleine Mengen an rohen Leinsamen, können in der Verbindung mit anderen Zutaten wie Möhren, Obst, Blattgrün, weiteren Nüssen und Saaten gemeinsam im Schlagmessersystem (Blitzhacker) zerkleinert werden.
Warum und wieviele Nüsse und Saaten pro Tag bei welcher Hundegröße Sinn machen, das alles findest du hier:  https://tiere-anders-behandeln.de/nuesse-und-saaten-in-der-hundeernaehrung/ 

Meal Prep für deinen Hund 

So kannst du den Saatenmix für eine Woche vorbereiten

Wenn du Leinsamen pur oder auch in Verbindung mit Sonnenblumenkernen und Kürbiskernen trocken im Blitzhacker zerkleinerst, dann kannst du diese fein gehackte Saaten in einem dicht schließenden Schraubdeckelglas oder Bügelglas für eine Woche im Kühlschrank aufbewahren. Von dieser Mischung kannst du dann 1x täglich 1/2 – 2 TL frisch mit ins Futter geben. 

Leinsamenschleim oder auch Heilsamenschleim

Zubereitung von Leinsamenschleim:

  • Für kleine bis mittelgroße Hunde reicht es oft schon, wenn wir 1/2  – 2 TL Leinsamen verwenden. 
  • Für Ziegen und Schafe eher 1  – 2 EL 
  • Für Esel, Ponys und Pferde machen je na Größe bereits 2 – 3 El Sinn, es können aber auch 100 – 200 g passen. Ein schweres Kaltblut braucht mehr als ein Isländer.

Wenig ganze Leinsamen und viel Wasser, sanft und ohne Deckel aufkochen. Sonst kocht der Leinsamenschleim leicht über 😉. Dann den Deckel drauf und die Temperatur so niedrig schalten, dass der Leinsamenschleim nur ganz sanft köchelt. Kurzzeitwecker auf 15 Minuten stellen. Nach 15 Minuten die Platte ausschalten, den Schleim bei Restwärme noch etwas nachquellen lassen und den Schleim dann handwarm weiter verwenden.

Heilsamenschleim

So hat ein Hund in der Praxis den für ihn speziell gekochten Leinsamenschleim einmal bezeichnet. Wenn ein Hund den reinen Leinsamenschleim bekommt, dann ist das in aller Regel nicht Teil der Nahrung, sondern ein pflanzliches Medikament zur Beruhigung und Pflege der Magenschleimhaut und des Darms. Es gibt auch Situationen, in denen der reine Leinsamenschleim zur Hautpflege eingesetzt wird. Manche Menschen nutzen diesen Leinsamenschleim auch als Haarfestiger. Bis auf die Funktion als Haarfestiger, kommt das alles im Praxisalltag vor 😉

Leinsamenschleim zusammen mit den unzerkleinerten Leinsamen kann zum Beispiel auch die flüssige Komponente für einen Hundekeks sein. Die Leinsamen sind dann wertvolle Ballaststoffe und unterstützen so die Darmgesundheit. Das kann ein Teil der Behandlung bei wiederkehrenden Durchfällen und Verstopfung deines Hundes sein.

Leinsamen im Eintopf mitgekocht

Variante 1 – ganz lassen

Wenn wir Leinsamen am Stücke mit dem Eintopf für den Hund gemeinsam kochen, dann hat der Hund die wertvollen Schleimstoffe als Teil der Nahrung bekommt und die umzerkleinerten aber gut ausgequollenen Leinsamen können einen wertvollen Beitrag zur Unterstützung der gesunden Darmpassage leisten. 

Variante 2 – zerkleinern

Wenn die mitgekochten Leinsamen in der Nahrung püriert werden, dann können auch die vielfältigen Inhaltsstoffe aus den Leinsamen jenseits der Schleimstoffe aufgenommen werden. 

Zubereitungsform und Wirkung

Die Zubereitungsform hängt von der gewünschten Wirkung ab

  • Wenn der Schwerpunkt auf die Darmpflege gelegt wird: ungeschrotet und lange kochen 
  • Wenn der Schwerpunkt auf die Inhaltsstoffe gelegt wird, dann vor dem Verzehr immer frisch zerkleinern

Mutter Natur beschenkt uns mit so vielen wundervollen Lebensmitteln. Greifst du für dich und deinen Hund schon mit Genuss und Verstand zu? Es gibt so viel zu entdecken. Die Fülle an Lebensmitteln, die du mit deinem Hund teilen kannst ist so groß. Und da Nahrung teilen verbindet, gewinnen dein Hund und du so viel dadurch, wenn ihr Lebensmittel gemeinsam nutzt.

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