Pflanzenlastiger Keks mit Hühnchen

Von der Ressource zum Keks

 

Ressourcenorientierte Hundeernährung

In meinem Video zeige ich dir, wie ich vorgehe, wenn ich aus vorhanden Ressourcen sinnvolle Nahrung für einen Hund zusammen stelle. Die Idee dahinter ist: Ich nutze mit Bauchgefühl und Fachwissen was mir gerade zur Verfügung steht.

 

Ausgewogene Ernährung erfolgt auch nicht an einem Tag und schon gar nicht in einer einzigen Mahlzeit, sondern im Laufe eines Monats.

 

Alles aus dem Handgelenk

Im Video hast du schon die verschiedenen Schritte gesehen hier fasse ich die Zubereitung noch mal schriftlich zusammen.

Verwendete Zutaten:

  • 1 Hand voll Knorpel, weicher Haut, Hühnerfleisch etc. von gebratenen Hühnerflügeln (ohne Knochen!)
  • 3 – 4 Möhren
  • Endstück eines Staudenselleries (ohne den Bodenschorf)
  • 1 kräftige Priese frisch gemahlener, schwarzer Pfeffer
  • 2 – 3 Priesen Steinsalz
  • 1 Stück Süßrahm-Bio-Butter, ca. 1 – 1,5 EL voll
  • Kaltes Wasser

 

Schritt 1

Wie im Video beschrieben Gemüse grob zerkleinern und alles miteinander weich kochen lassen. Später abgekühlt weiter verarbeiten. 

Schritt 2

Großteil der Kochflüssigkeit in eine Tasse gießen

Einfach um nach dem Pürieren entscheiden zu können, ob du die Flüssigkeit wieder dazu geben möchtest und damit die Keksportion wesentlich größer wird, oder ob du die Kochflüssigkeit für etwas anderes nutzen möchtest.

Alternative Nutzung der Kochflüssigkeit:

  • Du kannst in der Kochflüssigkeit zum Beispiel Wildkräuter, Nüsse und Saaten    mit dem Schnellmixstab kurz durchmixen und in Silikon-Pralinenformen einfrieren. So hast du einen kleinen Vorrat an leckeren Wildkräuterfrosties  die du später entspannt nutzen kannst. 
  • Du kannst die hocharomatische Kochflüssigkeit natürlich auch mit etwas Wasser verdünnen und deinem Hund als Getränk vor einem längeren Spazierganz anbieten. 
  • Oder du nutzt die Kochflüssigkeit um damit eine Menü-Dose mit Huhn als suppige Mahlzeit auf zu peppen.
  • Oder, oder, oder… dir fallen vielleicht auch noch eine Menge andere Nutzungsmöglichkeiten ein.

Auch hier geht es einfach darum vorhandene Ressourcen in Wertschätzung zu nutzen. 

Schritt 3

Masse pürieren und danach in eine große Rührschüssel geben.

Ich habe vor dem Pürieren auf Stanleys Wunsch noch drei geschälte, frische Knoblauchzehen dazu gegeben. 

Jetzt entscheidest du, ob dir diese Menge für deine Kekse reicht, oder ob du die Flüssigkeit wieder dazu gibst.

Wenn du das erste Mal Kekse aus dem Handgelenk machst, dann empfehle ich dir die Flüssigkeit außerhalb der Kekse zu nutzen. Die Teigmenge wird durch die Flüssigkeit deutlich größer. Denn auch der Teig will ja noch in Keksform gebracht und gebacken werden. Bei kleineren Teigmengen bist du da – gerader am Anfang deutlich schneller fertig und kannst dich über die knusprigen Kekse freuen. 

Schritt 4

Jetzt kommt der erste Schwung der trockenen Zutaten dazu.

  • Bio-Leinsamen
  • 1/2 Tüte zarte Bio-Haferflocken (ca. 250 g) 

Gründlich durchrühren!

 

Schritt 5

So lange Bio-Weizenmehl dazu geben, bis ein fester, nicht mehr klebender Teig entsteht. Der Teig soll so wie er ist ganz einfach auf der Arbeitsplatte aus zu rollen sein. Das heißt, wenn der Teig an der Arbeitsplatte, am Nudelholz oder an den Händen klebt, dann braucht es noch mehr Mehl.

Ich mag es sehr, wenn der Teig für Hundekekse eine Konsistenz hat die sehr leicht zu verarbeiten ist. Ein weiter Vorteil sehr fester und elastischer Teige ist, dass sie wesentlich schneller durchgebacken und knacktrocken sind!

Es lohnt sich also wirklich so viel Mehl ein zu kneten, bis der Teig satt ist. Damit meine ich, dass er kein weiteres Mehl mehr aufnimmt.

Im Zweifel knetest du das Mehl auf der Arbeitsplatte mit den Händen unter, bis der Teig nicht mehr auf der Arbeitsplatte klebt, den Rest des Mehls schiebst du dann in eine leere Mehltüte und verwendest sie für die nächsten Hundekekse weiter. Ich habe das inzwischen so im Gefühl, dass da keine Reste mehr bleiben. Doch auch hier lohnt es sich, den Ressourcen gegenüber wertschätzend zu agieren.

Ich habe fast ein Kilo Mehl eingeknetet. Das bedeutet in Klartext, dass etwa 1 EL Mehl bis zum Kilo übrig war. Aber das wäre zu viel gewesen, darum ist es gar nickt erst in die Rührschüssel gewandert. Wenn du mit Vollkornmehl bäckst, dann braucht du meist etwas weniger, doch in diesem Fall hat Stanley sich das helle Mehl gewünscht. Und durch das viele Gemüse, die Haferflocken und die Leinsamen sind auch auch so jede Menge gesunder Ballaststoffe und Präbiotika mit in jedem dieser Kekse. 

Quell-Tipp:

Sowohl die Leinsamen als auch die Haferflocken quellen etwas nach. Wenn der Teig also noch ganz leicht klebt, dann mach einfach 15 – 20 Minuten Pause. Danach wird der Teig vermutlich nicht mehr kleben.

Das bedeutet aber auf der anderen Seite auch, es lohnt sich den fertigen Teig wirklich schnell zu verarbeiten, weil er im Laufe der Zeit fester wird. Ein Grund mehr, warum es sich gerade anfangs lohnt mit überschaubaren Teigmengen zu arbeiten. Einfach damit die Freude und die Erfolgserlebnisse überwiegen. Je mehr Erfahrung du hast, desto schneller wirst du! Je schneller du wirst, desto größere Teigmengen kannst du entspannt verarbeiten.

 

👩‍🍳🐶  Mach es dir leicht!

Es geht hier um freudige Nutzung vorhandener Ressourcen 😉😘

Schritt 6

2 mit Backpapier ausgelegte Backbleche bereitstellen

Teig portionsweise möglichst dünn ausrollen.

Mit einem stabilen Teigschaber (alternativ geht auch ein stumpfes Kindermesser oder ein Tortenheber) Streifen abtrennen und diese Streifen dann in schmale Stücke trennen, so wie du das im Video auf den Bildern gesehen hast.

Teiglinge mit Hilfe des Teigschabers aufs Backblech transportieren wie im Video erklärt, dürfen sich die ungebackenen Kekse in diesem Fall auf engem Raum tummeln.

Ich habe die gesamte Teigmenge auf 2 Blechen verteilt.

 

Schritt 7 – Backphase 1

Beide Bleche gleichzeitig in den kalten Ofen schieben – im Idealfall so, dass jeweils nach ob und nach unten gleichmäßig Platz ist.

Ofen auf 180º C Heißluft stellen.

Kurzzeitwecker auf 35 – 40 Minuten stellen.

Je dünner und kleiner die einzelne Kekse sind, desto schneller sind sie fertig gebacken. Je dicker und größer die Kekse sind, desto länger dauert es. 

 

Schritt 8 – Backphase 2

Backbleche mit Topflappen aus dem Ofen holen und auf hitzefesten Oberflächen abstellen. Wichtig ist, dass sie stabil stehen. Wenn viele der Kekse schon recht trocken und gebacken sind, kannst du mit dem nächsten Schritt weiter machen. Solltest du noch viel weichen Teig finden, dann zunächst wie vorher beschrieben noch weitere 8 – 12 Minuten backen. Das ist einfach von Backofen zu Backofen sehr verschieden. 

Wenn der Großteil der Kekse bereits gebacken wirkt, geht es folgendermaßen weiter: Mit 2 großen Holzlöffel (oder was dir sonst praktisch erscheint) die Kekse bewegen und dadurch voneinander lösen. So lange rühren und bewegen, bis alle Kekse einzeln sind. 

Falls einige hartnäckig aneinander kleben, dann wartest du einen Moment, bis du sie mit den Händen berühren kannst und trennst sie dann per Hand. Solltest du an dieser Stelle einzeln Kekse finden, die vorwiegend roh sind, dann sortierst du die auf die Seite und bäckst sie zu Schluss noch mal einzeln fertig. 

Alle gebackenen – auch wenn sie vereinzelte weiche Stellen haben, werden jetzt im zweiten Backdurchgang fertig gebacken.

Dazu schiebst du jetzt jeweils eins der Bleche so mittig wie möglich in den Ofen. Stellst den Backofen auf 160º C, aber diesmal Ober- und Unterhitze! Die Restwärme im Ofen nutzt du ja eh, nur die Art wie die Kekse gebacken werden ändert sich etwas.

Je Blech bäckst du die Kekse weitere 8 – 12 Minuten.

 

Schritt 9 – Backphase 3

Jetzt gibst du die fertig gebackenen Kekse alles zusammen auf ein Blech. Mischst sie noch mal gründlich durch, so dass die etwas abgekühlten und die  heißeren aus der zweiten Backladung gleichmäßig verteilt sind. Das was jetzt in der dritten Backphase passiert, ist schon eher ein Nachtrocknen.

Du schiebst das Blech mit allen fertig gebackenen Keksen wieder möglichst mittig in den Ofen. Der Ofen hat ja noch eine Temperatur von 160º C. 

Du stellst aber die Temperatur jetzt auf 100º C herunter und lässt die Ofentür einen Spalt weit offen. Durch den Spalt kann die Restfeuchtigkeit entweichen.

Bei manchen Ofentüren hält sich der Spalt automatisch offen, bei anderen Modellen klemmst du besser einen Holzlöffelstiel oder einen zusammengerollten Topflappen dazwischen, damit die Ofentür einen Spalt weit offen bleibt. 

So bäckst du die Kekse etwas 10 Minuten weiter.

Danach lässt du die Tür genau so wie sie ist – einen Spalt weit offen, aber du schaltest den Ofen aus. Durch die Restwärme und die weiterhin leicht geöffnete Ofentür trocknen die Kekse effektiv weiter nach.

Sobald die Kekse nur noch etwas wärmer sind als deine Hand nimmst du das Blech aus dem Ofen, so dass sie außerhalb vollkommen abkühlen können.

Schritt 10

Wenn die Kekse abgekühlt sind, dann rührst du sie mit den Händen noch mal gründlich durch. Falls du einzelnen Kekse mit weichen oder gar ungebackenen Stellen (erkennbar an einem Grauton des Teiges) findet, sortierst du die aus. Die, die nur etwas Trocknen müssen, lässt du einfach offen stehen, bis sie knackhart sind. Die mit den ungebackenen Stellen brauchen noch einen kleine Extra-Backeinheit im Ofen. 

Je gründlicher du bei Schritt 8 vorgehst um so weniger zusätzliche Arbeit hast du jetzt. 😉

 

Schritt 11

Du kannst die Kekse entweder bei Zimmertemperatur offen stehen lassen oder wenn sie komplett durchgetrocknet sind auch in Keksdosen aus Blech aufbewahren. 

Ich persönlich lasse Kekse meist 1 – 3 Tage auf dem Blech liegen, bis ich sie verpacke. In der Zwischenzeit stell ich das Blech dann immer mal in die Sonne, so sind sie mit wenig Aufwand richtig schön durchgetrocknet und dann monatelang haltbar.

Wenn ich Hundekske weitergebe, dann fülle ich sie dazu meist in leere Pappkartons mit Verschluss. Also entweder leere Teebeeutelschachteln (für kleinere Mengen) oder auch die Umverpackung für Müsli oder Cornflakes oder Kaffeefilter. Als einfach Pappkartons die sich leicht verschließen lassen. Innen unbeschichtete Pappe haben und von außen leicht zu beschriften sind. Ich finde das sehr praktisch und nutze auch hier die Ressourcen die in meinem Alltag vorkommen. 

 

Fazit

Aus einer Handvoll Hähnchenresten, ergänzt durch Lebensmittel die im Haus waren und die für Stanley alle sowohl lecker als auch wertvolle Nahrung sind, habe ich gut 1,3 kg Hundekekse gebacken. 

Ich habe einmal überschlagen, wie viel die verwendeten Zutaten gekostet haben. Anteilig natürlich nur das, was auch im Keks gelandet ist. Obwohl bis auf die Möhren alles aus biologischem Anbau stammt, belaufen sich die reinen Materialkosten auf knapp 3 Euro. 

Ich wünsche dir viel Freude beim wertschätzenden Nutzen vorhandener Ressourcen zum Vorteil aller Beteiligten. Stanley freut sich jedenfalls sehr auf seine Kekse 😀.

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